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Grundschule Astrid Lindgren

Ich habe mein Praktikum als pädagogische Mitarbeiterin, an der Astrid Lindgren Grundschule im Amtsmühlenweg 38, 39261 Zerbst/Anhalt, im Zeitraum vom 05.02.2026 bis 27.02.2026, absolviert.

Praktikumsplatzsuche

Berufsfelder der Kindheitspädagogik

1. Grundschule (Unterstützung und Projekte)

2. Erzieher (Krippe, Kita, Hort)

3. Jugendhilfe / Jugendamt

4. Offene Kinder- und Jugendarbeit / Jugendzentren

5. Heime und Wohngruppen

6. Frühförderung / Förderzentren für Kinder mit Entwicklungsbedarf

1. Erzieher/in (Krippe, Kita, Hort)

Zielgruppen:

- Kinder von 0–10 Jahren (Krippe, Kita, Hort)

Aufgaben:

- Betreuung, Erziehung und Förderung der Kinder in allen Entwicklungsbereichen

- Planung und Durchführung von pädagogischen Angeboten (Spiel, Bewegung, Kreativität)

- Unterstützung der Kinder bei Konflikten, Förderung von Selbstständigkeit und sozialen Kompetenzen

- Sicherstellung von Kinderschutz und Aufsichtspflicht

Anforderungen & Rahmenbedingungen:

- Einfühlungsvermögen, Geduld, Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit

- Team- und Kommunikationsfähigkeit

- Arbeitsorte: Krippe, Kita, Hort; meist werktags mit Früh- und Spätdiensten

- Körperlich und emotional anspruchsvoll, Arbeit nach Bildungsplänen und gesetzlichen Vorgaben

2. Grundschule (Unterstützung und Projekte)

Zielgruppen:

- Kinder von 6–10 Jahren (teilweise bis 12)

Aufgaben:

- Förderung der Kinder über den Unterricht hinaus (soziale Kompetenzen, Selbstständigkeit, Lernstrategien)

- Planung und Durchführung von Projekten oder Gruppenangeboten

- Begleitung von Übergängen (z. B. Schulanfang, Klassenwechsel)

- Mitwirkung an schulischen Konzepten (Inklusion, Prävention, Ganztag)

Anforderungen & Rahmenbedingungen:

- Kenntnisse in Entwicklungspsychologie, Pädagogik und Förderdiagnostik

- Kreativität, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Verantwortungsbewusstsein

- Arbeitsort: Schule, Klassenzimmer, Fachräume, Pausen- und Freizeitbereiche

- Arbeit meist Montag–Freitag, ggf. Ganztagsangebote

3. Jugendhilfe / Jugendamt

Zielgruppen:

- Kinder und Jugendliche 0–18 Jahre in belastenden Situationen

- Familien, Schulen, Kitas, Therapeuten, Ärzte

Aufgaben:

- Beratung von Familien bei Erziehungs- und Entwicklungsfragen

- Frühe Intervention bei Problemen (z. B. Vernachlässigung, Konflikte)

- Fallbearbeitung: Hilfepläne erstellen, Unterstützungsangebote koordinieren

- Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

- Zusammenarbeit mit Schulen, Kitas und anderen Fachstellen

- Mitwirkung an Präventionsprojekten

Anforderungen & Rahmenbedingungen:

- Kenntnisse in Jugendhilfe, Entwicklungspsychologie, Sozialrecht

- Empathie, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Belastbarkeit

- Analysefähigkeit, Dokumentation, Entscheidungsfähigkeit

- Arbeitsorte: Büro, Hausbesuche; fall- und projektbezogen

- Hohe Verantwortung für das Wohl der Kinder

Warum habe ich mich für einen Praktikumsplatz in der Grundschule entschieden?

Ich habe mich für ein Praktikum in einer Grundschule entschieden, weil mich die Arbeit mit Kindern im Grundschulalter besonders interessiert. In diesem Alter machen Kinder viele wichtige Lern- und Entwicklungsschritte, sowohl im schulischen als auch im sozialen Bereich. Es ist spannend zu beobachten, wie sie neue Fähigkeiten erlernen, selbstständiger werden und miteinander umgehen. Außerdem wollte ich einen Einblick in den Schulalltag bekommen und sehen, wie Unterricht organisiert und gestaltet wird. Das Praktikum gibt mir die Möglichkeit, Kinder im Lernprozess zu unterstützen und gleichzeitig zu erleben, wie pädagogische Fachkräfte den Unterricht und das Zusammenleben in der Klasse gestalten. Diese Erfahrungen sind für meine Ausbildung und meine berufliche Orientierung sehr wertvoll.

Welche fachlichen, persönlichen oder praktischen Gründe waren ausschlaggebend?

Mir war wichtig, einen Praktikumsplatz zu wählen, bei dem ich den pädagogischen Alltag direkt miterleben kann und regelmäßig Kontakt mit Kindern habe. In der Grundschule findet die Arbeit sehr strukturiert und im direkten Austausch mit den Schülern statt, wodurch ich den Tagesablauf, den Unterricht und die Zusammenarbeit im Schulteam gut beobachten kann. Außerdem erschien mir dieser Praktikumsplatz besonders passend für meine aktuelle Ausbildungsphase, da ich hier einen realistischen Einblick in ein mögliches späteres Arbeitsfeld bekomme. Dadurch kann ich besser einschätzen, welche Bereiche der pädagogischen Arbeit mich besonders interessieren.

Gab es Alternativen, und warum habe ich mich dennoch für diesen Platz entschieden?

Als Alternative hatte ich ein Praktikum im Jugendamt in Betracht gezogen, da mich auch sozialpädagogische Arbeitsfelder interessieren. Dort war ein Praktikum jedoch nicht möglich. Die Grundschule bietet mir dennoch eine sehr passende Möglichkeit, direkt mit Kindern zu arbeiten, ihre Entwicklungsprozesse zu beobachten und pädagogische Methoden praktisch umzusetzen, was für meine Ausbildung besonders relevant ist.

Welche fachlichen Kompetenzen kann ich in diesem Praktikum entwickeln oder vertiefen?

Während des dreiwöchigen Praktikums kann ich erste praktische Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern im Grundschulalter sammeln. Dazu gehört das Beobachten kindlicher Entwicklungsprozesse, das Begleiten pädagogischer Angebote sowie das Kennenlernen von Methoden aus dem Studium in der Praxis. Außerdem kann ich lernen, Lern- und Spielaktivitäten zu planen und durchzuführen, Kinder individuell zu fördern, Gruppenprozesse zu beobachten und den strukturierten Schulalltag kennenzulernen.

Welche persönlichen Fähigkeiten oder Haltungen möchte ich weiterentwickeln?

Ich möchte insbesondere meine Kommunikationsfähigkeit und Empathie weiterentwickeln, da der Umgang mit Grundschulkindern viel Feinfühligkeit erfordert. Zudem kann ich lernen, geduldig und flexibel auf verschiedene Situationen zu reagieren und Verantwortung für kleinere Aufgaben zu übernehmen. Die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und anderen pädagogischen Fachkräften ermöglicht mir außerdem Einblicke in die professionelle Teamarbeit im schulischen Umfeld.

Welche Herausforderungen erwarte ich, und warum sind sie wichtig für meinen Lernprozess?

Eine mögliche Herausforderung ist die Integration in die bestehende Klassengemeinschaft, da ich als neue Person zunächst das Vertrauen der Kinder gewinnen muss. Auch könnte es schwierig sein, als pädagogische Bezugsperson anerkannt zu werden. Weitere Herausforderungen können der Umgang mit Konflikten zwischen Kindern sowie die Anpassung an den strukturierten Schulalltag mit Pausen, Unterrichtswechseln und begrenzten Zeitfenstern für Aktivitäten sein. Gerade diese Erfahrungen sind jedoch wichtig für meinen persönlichen und fachlichen Lernprozess.

Erwartungen

Was möchte ich im Praktikum fachlich lernen oder besser verstehen?

Im Praktikum möchte ich vor allem praxisnah erleben, wie pädagogische Konzepte im Schulalltag umgesetzt werden. Ich möchte verstehen, wie Lehrkräfte auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen, Lernangebote gestalten und Entwicklungsprozesse begleiten.Ich möchte lernen, wie man Kinder beim selbstständigen Lernen unterstützt und gleichzeitig ihre sozialen Fähigkeiten fördert.

Welche Einblicke in pädagogische Arbeit, Strukturen oder Zusammenarbeit erhoffe ich mir?

Im Praktikum möchte ich vor allem verstehen, wie pädagogische Entscheidungen im Alltag getroffen werden und wie unterschiedliche Methoden eingesetzt werden, um Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Ich möchte sehen, wie Lern- und Spielangebote geplant werden, um sowohl individuelle Stärken zu unterstützen als auch das soziale Miteinander zu fördern. Außerdem interessiert mich, wie Kinder beim selbstständigen Arbeiten begleitet werden und wie pädagogische Fachkräfte auf Herausforderungen oder besondere Bedürfnisse der Kinder reagieren.

Welche Inhalte aus dem Studium möchte ich im Praktikum wiederfinden oder mit der Praxis verknüpfen?

Im Praktikum möchte ich die theoretischen Inhalte meines Studiums direkt in der Praxis erleben und anwenden. Dazu gehören vor allem die Entwicklungspsychologie, um besser zu verstehen, wie Kinder in verschiedenen Altersstufen lernen und sich entwickeln, sowie die Frühpädagogik, insbesondere das „Bild vom Kind“, das die individuellen Stärken, Interessen und Bedürfnisse jedes Kindes in den Mittelpunkt stellt. Auch mein Wissen aus dem Projektmanagement möchte ich nach Möglichkeit versuchen zu nutzen, um pädagogische Angebote und kleine Projekte mitzugestalten oder zu begleiten. Darüber hinaus interessieren mich die soziologischen Grundlagen, die helfen, das soziale Miteinander in Gruppen zu beobachten und zu verstehen.

Praktikumseinrichtung

Adressat der Institution:

- Schülerinnen und Schüler der Klassen 1–4

- Eltern, da sie in schulische Prozesse einbezogen werden

Rechtliche Grundlagen und Einordnung:

Die Arbeit der Schule basiert auf dem Schulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt:

- Teil des Bildungssystems

- Erfüllung des staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags

- Vorgaben zu Unterricht, Bewertung und Organisation sind gesetzlich geregelt

Ziele, Aufgaben und Konzepte:

Grundlage ist das Grundschulverbund-Konzept:

- Regelt die Zusammenarbeit von Haupt- und Nebenstandort

- Gemeinsame Organisation, Planung und pädagogische Ziele

- Einheitliche Bildungsqualität für alle Schüler

   Wichtige Ziele der Schule:

   - Vermittlung von Grundwissen und grundlegenden Fähigkeiten

   - Förderung der individuellen Entwicklung

   - Unterstützung von sozialem Lernen und Gemeinschaft

   - Berücksichtigung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen

Methoden und Arbeitsweisen:

- Analytisch-synthetische Leselernmethode → Buchstaben und Laute werden einzeln gelernt (analytisch) und anschließend zu Silben und Wörtern zusammengesetzt (synthetisch), um systematisch Lesen zu erlernen

- Planarbeit → eigenständiges Arbeiten nach Plänen

- Lerntheken → Auswahl verschiedener Materialien, Lernen im eigenen Tempo

- Projektarbeit → praktische, fächerübergreifende Themen

Personalstruktur:

Hauptstandort:

1. Schulleitung – Leitung und Organisation

2. Planer / Stellvertretung – Unterstützung der Schulleitung

3. Lehrkräfte

- Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer

- Fachlehrkräfte

- Lehrkraft im Vorbereitungsdienst

- Seiteneinsteigende Lehrkräfte

- Lehrkräfte mit abgeschlossenem Lehramtsstudium

4. Pädagogische Mitarbeiter – Betreuung, Unterstützung im Unterricht

5. Hausmeister – Gebäude und Technik

6. Sekretärin – Verwaltung und Organisation

Nebenstandort:

1. Stellvertretende Leitung / Lehrkraft zukünftige Führungskraft

2. Lehrkräfte

3. Pädagogische Mitarbeiter

Finanzierung:

- Personal und Betrieb durch Land Sachsen-Anhalt

- Gebäude in Trägerschaft der Stadt Zerbst/Anhalt

Sozialräumlicher Kontext:

- Stadtrand, von Grün umgeben

- Heterogene Schülerschaft: deutsche Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund

- Kinder mit verschiedenen Förderbedarfslagen

Entstehung der Schule:

- Gründung der 4. Oberschule in Zerbst am 1. September 196

- Grund: steigende Schülerzahlen und wachsender Bedarf an Schulplätzen

- Anfangs provisorischer Unterricht in den Räumen der 1. Oberschule am Rephuns Garten

- Neubau am Amtsmühlenweg noch nicht fertiggestellt

- Umzug ins eigene Gebäude nach Fertigstellung im Jahr 1962

Kooperationspartner:

- Hort „Kunterbunt“

- Kindertagesstätten: „Knirpsentreff“, „Zerbster Strolche“, „Heide“, „Benjamin Blümchen“, „Freier Kinder-Garten Zerbst“

- Essenservice Regio-Menü

- Förderzentrum „Schule am Heidetor“

- Stadtbibliothek Zerbst/Anhalt

- HSV 2000 Zerbst e. V. (Sport in Schule und Verein)

- Musikschule „Johann Friedrich Fasch“

- Deutscher Kartoffelhandelsverband e. V. (Schulgarten)

- Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen-Anhalt e. V. (Lesungen)

- Autohaus Büttner GmbH (Nikolausaktionen)

Eigene Tätigkeit

Während meines Praktikums in der Einrichtung habe ich eng mit der pädagogischen Mitarbeiterin sowie mit verschiedenen Lehrkräften zusammengearbeitet. Ein großer Teil meiner Aufgaben bestand darin, aktiv am Unterricht teilzunehmen und die Kinder während der Arbeitsphasen zu unterstützen. Dabei bin ich durch die Klasse gegangen, habe geschaut, wie die Kinder zurechtkommen, ihnen bei Schwierigkeiten geholfen und Fragen beantwortet. Zusätzlich war ich regelmäßig beim Schwimmunterricht, sowie Sportunterricht dabei, wo ich die Kinder insbesondere beim Umziehen unterstützt habe. Auch in der Kreativ-AG habe ich mitgewirkt, indem ich gemeinsam mit den Kindern gemalt und beispielsweise Meisenknödel hergestellt habe. Darüber hinaus habe ich bei der Computer-AG unterstützt und war häufig bei der Essensaufsicht eingesetzt. Besonders gut hat funktioniert, dass ich schnell einen guten Zugang zu den Kindern gefunden habe und sie mich als Unterstützung akzeptiert haben. Ich konnte mich gut in den Alltag integrieren und eigenständig Aufgaben übernehmen. Herausforderungen bestanden vor allem darin, allen Kindern gleichzeitig gerecht zu werden und in manchen Situationen den Überblick zu behalten. Auch der Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Arbeitsgeschwindigkeiten der Kinder erforderte Geduld und Flexibilität. Insgesamt konnte ich jedoch viele wertvolle Erfahrungen sammeln und meine Fähigkeiten im Umgang mit Kindern weiterentwickeln.

Fotostrecke

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Schulgebäude außen 1.jpegSchulgebäude außen 1.jpeg
Schulgebäude außen 3.jpegSchulgebäude außen 3.jpeg
Hort/Essen.jpegHort/Essen.jpeg
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Schwimmhalle innen.jpegSchwimmhalle innen.jpeg
Projekt Meisenknödel 1.jpegProjekt Meisenknödel 1.jpeg
Projekt Meisenknödel 2.jpegProjekt Meisenknödel 2.jpeg
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Projekt Meisenknödel 4.jpegProjekt Meisenknödel 4.jpeg
Projekt Meisenknödel 5.jpegProjekt Meisenknödel 5.jpeg
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Dilemma Situation

Während meines Praktikums erlebte ich ein Dilemma im Schwimmunterricht einer zweiten Klasse. Der Unterricht fand wöchentlich im Schwimmbad statt und wurde von einem Schwimmlehrer geleitet. In der Klasse gab es zwei Mädchen, die große Angst vor Wasser und dem Schwimmen hatten. Bereits beim Betreten der Schwimmhalle war zu erkennen, dass sie sehr unsicher waren. Während die anderen Kinder ins Becken gingen und mit den Übungen begannen, blieben die beiden Mädchen am Beckenrand stehen und trauten sich nicht ins Wasser. Der Schwimmlehrer forderte sie mehrfach auf, ins Wasser zu gehen. Dabei wurde sein Ton zunehmend strenger. Er sagte unter anderem: „Ihr müsst jetzt ins Wasser, sonst bekommt ihr eine schlechte Note.“ Die Mädchen reagierten darauf sehr emotional. Sie begannen zu weinen und wirkten deutlich überfordert mit der Situation. Eine weitere Lehrkraft, die ebenfalls anwesend war, griff schließlich in die Situation ein. Sie sagte zum Schwimmlehrer, dass die beiden Mädchen Angst hätten und man sie nicht dazu zwingen könne, ins Wasser zu gehen. Der Schwimmlehrer widersprach jedoch und antwortete: „Das ist keine Angst, das ist einfach ein ‚Ich will nicht‘, und das lasse ich mir nicht gefallen.“ Daraufhin entstand eine Diskussion zwischen den beiden Erwachsenen über den richtigen Umgang mit der Situation. Währenddessen standen die beiden Mädchen weiterhin am Beckenrand und wirkten verunsichert und traurig. Als Praktikantin befand ich mich in einer schwierigen Rolle. Ich wollte die Mädchen unterstützen, hatte aber gleichzeitig keine Entscheidungsbefugnis im Unterricht. Schließlich setzte ich mich mit den Beinen ins Wasser an den Beckenrand und sprach ruhig mit den Mädchen, um ihnen Sicherheit zu geben. Ich versuchte ihnen zu zeigen, dass das Wasser nicht gefährlich ist und dass sie sich in ihrem eigenen Tempo annähern können. Dadurch trauten sie sich schließlich ein wenig näher an das Wasser heran und wagten kleine Schritte, hatten jedoch weiterhin große Angst. Diese Situation wiederholte sich in den darauffolgenden Wochen immer wieder in ähnlicher Form.

Ich befand mich hier zwischen den unterschiedlichen Positionen der Erwachsenen: Der Schwimmlehrer vertrat die Ansicht, dass die Mädchen teilnehmen müssen und dass ihr Verhalten eher ein „Nicht-Wollen“ als echte Angst sei. Die andere Lehrkraft hingegen betonte, dass man Kinder mit Angst nicht zwingen sollte. Für mich entstand dadurch ein innerer Konflikt. Ich wollte die Mädchen schützen und ihre Angst ernst nehmen, gleichzeitig wollte ich aber auch die Autorität des Schwimmlehrers nicht untergraben, da ich nur Praktikantin war. Es war für mich schwierig zu entscheiden, wie aktiv ich mich einbringen darf oder soll.

Die Situation wurde durch verschiedene äußere und innere Bedingungen beeinflusst. Äußerlich spielte der schulische Rahmen des Schwimmunterrichts eine Rolle, da erwartet wird, dass alle Kinder schwimmen lernen. Außerdem gab es unterschiedliche Rollen: Der Schwimmlehrer leitete den Unterricht, eine Lehrkraft mischte sich ein und ich war als Praktikantin dabei. Innerlich waren vor allem die große Angst der beiden Mädchen sowie meine eigene Unsicherheit wichtig. Aus kindheitspädagogischer Sicht besteht die Herausforderung darin, die Angst der Kinder ernst zu nehmen und sie gleichzeitig langsam und behutsam an das Wasser heranzuführen. Für mich war es schwierig, die Mädchen zu unterstützen, weil ich nur begrenzten Einfluss hatte. Eine mögliche Alternative wäre gewesen, die Kinder schrittweise an das Wasser zu gewöhnen, zum Beispiel durch Übungen am Beckenrand, oder später mit den Lehrkräften über einen sensibleren Umgang mit der Situation zu sprechen.

Hätte ich das gewusst!

Rückblickend würde ich mich jederzeit wieder für dieses Praktikum entscheiden. Die Zeit in der Einrichtung hat mir nicht nur viel Spaß gemacht, sondern mir auch gezeigt, wie abwechslungsreich und verantwortungsvoll die Arbeit mit Kindern ist. Besonders gefallen hat mir der enge Kontakt zu den Kindern sowie die Möglichkeit, sie im Alltag zu unterstützen und ihre Entwicklung mitzuerleben.
Das Praktikum eignet sich vor allem für Personen, die gerne mit Kindern arbeiten, geduldig sind und Freude daran haben, Verantwortung zu übernehmen. Auch sollte man offen, hilfsbereit und zuverlässig sein, da man eng im Team mit pädagogischen Fachkräften zusammenarbeitet. Weniger geeignet ist das Praktikum für Menschen, die schnell gestresst sind, wenig Geduld haben oder sich nicht gut auf unterschiedliche Bedürfnisse einstellen können.
Meinem jüngeren Ich würde ich raten, sich frühzeitig um einen Praktikumsplatz zu kümmern und keine Angst davor zu haben, auf andere zuzugehen. Außerdem würde ich mir empfehlen, von Anfang an offen zu sein, Fragen zu stellen und jede Gelegenheit zu nutzen, um neue Erfahrungen zu sammeln. So kann man am meisten aus dem Praktikum mitnehmen und sich persönlich weiterentwickeln.

Ich als Kipäd im Berufsfeld Grundschule

Das Praktikum hat bei mir insgesamt einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und mein Interesse am Berufsfeld der Kindheitspädagogik weiter gestärkt. Die Arbeit mit den Kindern hat mir viel Freude bereitet und mir gezeigt, wie wichtig Geduld, Empathie und Flexibilität in diesem Bereich sind. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass die pädagogische Arbeit sehr verantwortungsvoll ist und sowohl fachliches Wissen als auch persönliches Engagement erfordert. Insgesamt bewerte ich das Praktikum als sehr gelungen, da viele meiner Erwartungen erfüllt wurden. Besonders konnte ich praxisnah erleben, wie pädagogische Konzepte im Schulalltag umgesetzt werden. Ich habe gesehen, wie Lehrkräfte auf unterschiedliche Bedürfnisse der Kinder eingehen und sie beim Lernen begleiten. Auch die Gestaltung von Lern- und Freizeitangeboten sowie die Zusammenarbeit im Team konnte ich gut beobachten. Nicht alle Fragen konnten jedoch vollständig beantwortet werden, beispielsweise wie pädagogische Entscheidungen langfristig geplant werden oder wie stark organisatorische und strukturelle Vorgaben den Alltag beeinflussen. Die Verbindung von Theorie und Praxis wurde im Praktikum deutlich sichtbar. Inhalte aus der Entwicklungspsychologie konnte ich direkt wiedererkennen, etwa bei den unterschiedlichen Entwicklungsständen der Kinder, da einige bereits sehr gut lesen und schreiben konnten, während andere noch große Schwierigkeiten hatten. Auch Bindungstheorien wurden greifbar, zum Beispiel in Situationen, in denen manche Kinder problemlos von ihren Eltern Abschied nahmen, während andere große Trennungsschwierigkeiten zeigten. Darüber hinaus konnte ich verschiedene pädagogische Ansätze und „Bilder vom Kind“ im Verhalten der Lehrkräfte beobachten. Soziologische Inhalte wie Gruppendynamik und das Einhalten von Regeln wurden ebenfalls im Alltag deutlich. Mein Wissen aus dem Projektmanagement konnte ich praktisch anwenden, indem ich bei der Planung und Durchführung der Meisenknödel-Aktion mitgewirkt habe. Für meine bisherige und zukünftige Berufsbiografie hat das Praktikum eine wichtige Rolle gespielt. Es hat mir einen realistischen Einblick in den Berufsalltag gegeben und meine Entscheidung, im Bereich der Kindheitspädagogik tätig zu sein, bestärkt. Gleichzeitig hat es mir gezeigt, in welchen Bereichen ich mich noch weiterentwickeln möchte. Für mein weiteres Studium nehme ich mit, theoretische Inhalte noch bewusster mit praktischen Beispielen zu verknüpfen. Auch für mein zukünftiges Handeln in der Praxis hat mir das Praktikum wichtige Impulse gegeben, insbesondere im Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern und in der Gestaltung von pädagogischen Angeboten.

Ausbildungdplan (im Berufspraktikum) als PDF hinzufügen

Ein Projekt von

Fachgruppe

Kindheitspädagogik – Praxis, Leitung, Forschung BA

Art des Projekts

Keine Angabe

Betreuer_in

foto: Carolin Lucke-Schurk foto: Nadine Gaus

Zugehöriger Workspace

Kipäd 2.2.2 Professionelle Refelexion

Entstehungszeitraum

Wintersemester 2025 / 2026